Was hat die sogenannte Beckenhydraulik mit der Qualität des Schwimmbeckenwassers zu tun?

Jeder Benutzer eines Bade- oder Schwimmbeckens erwartet glasklares, hygienisch einwandfreies Wasser. Dies ist gar nicht so schwierig zu erreichen, wenn die Becken gleichmäßig durchströmt werden und vor allen Dingen jedes Wasserteilchen auch regelmäßig mal die Filteranlage von innen “sieht”. Außer der notwendigen und möglichst gleichmäßigen Durchströmung des Beckens muss auch eine intensive Strömung an der Wasseroberfläche gewährleistet sein. In der Regel gelangt Schmutz von oben über die Wasserfläche ins Becken, wie beispielsweise Blütenreste, Blätter, Insekten oder Flugsand. Auch ungeduschte Benutzer tragen auf diesem Wege dazu bei. Wenn auch ein sogenanntes Skimmerbecken kostengünstiger und unproblematischer zu bauen ist als ein Überlaufbecken, muss dringend die Hauptwindrichtung im Sommer (Freibad) berücksichtigt werden.

Es gilt ferner nicht die Formel 1 Becken: 1 Skimmer + 1 Einlauf dazu 1 Chortablette und 1 Stunde täglich filtern = sauberes Schwimmbadwasser! Das funktioniert nur im Glücksfall, wie jedes Jahr die vielen Anrufe – besonders an heißen Tagen und bei Gewitterneigung – beweisen. Durch viel Nutzung (Vermischung) und Bodensaugen (Erfassung der unteren kalten Wasserzonen) wird oft noch schlechtere Wasserqualität vermieden. Eine gute Durchströmung setzt bei einem Becken von rund 4 mal 8 Metern mindestens 4 Einläufe oben und unten, 1 Bodenablauf und 2 Skimmer voraus. Nur so wird erreicht, dass bei entsprechend ausreichender Filterleistung und –zeit

  1. eine schnelle und intensive Oberflächenreinigung vorhanden ist,
  2. eine gleichmäßige Durchmischung im Becken erfolgt,
  3. auch das kältere Wasser in der Bodenzone mit erfasst und geheizt wird oder temperaturmässig gemischt wird,
  4. Wasserpflegemittel auch ausreichend in allen Beckenbereichen gleichmäßig verteilt werden.

Hautpartikel oder Haare der Schwimmbadbenutzer bewegen sich in aller Regel ebenfalls im oberflächennahen Bereich. Bei öffentlichen Bädern ist die Schwimmbadnorm DIN 19 643 Grundlage für die Wasserführung. Sie fordert eine allseitige Überlaufrinne und Einströmung über Bodenkanäle oder Einläufe am Boden oder im unteren Wandbereich. Werden Überlaufrinnen bei Privatbädern geplant, ist oft der notwendige Überlaufbehälter (Puffer- oder Ausgleichsbehälter) nicht berücksichtigt. Sie sind notwendig, damit an der starren Abrisskante immer der Wasserstand zwangsläufig angepasst werden kann. Konkret: Begeben sich viele Benutzer gleichzeitig ins Becken, steigt der Wasserspiegel, es läuft eine größere Wassermenge über und muss aufgefangen („zwischengelagert“) werden. Denn wenn jetzt viele Badende das Becken wieder verlassen, fällt der Wasserstand unter Rinnenkante, es läuft nichts mehr über, die Filterpumpe würde trockenlaufen. So aber wird das Wasser aus dem Überlaufbehälter entnommen und der nutzbare Inhalt muss so ausreichend bemessen sein, dass der Wasserspiegel im Becken wieder rechtzeitig bis zum erneuten Überlaufen angehoben wird, ehe der Überlaufbehälter leer ist. Auch wenn interessante architektonische Gestaltungsmöglichkeiten für das Überlaufrinnen-System sprechen, ergeben sich beim privaten Schwimmbad erheblich höhere Baukosten für diese Wasserführung. Dafür entfällt einerseits der Schmutzrand an der Wasserlinie, andererseits müssen die Rinnenroste gereinigt werden (besonders von der Unterseite) und in Hallenbädern verdunstet mehr Wasser (Entfeuchtungskosten). Fließ-, Plätscher- und Gurgelgeräusche in Überlaufrinnen können sich zudem besonders in Hallenbädern sehr störend auswirken. Wenn diese Geräusche auch nicht vollständig zu verhindern sind, so besteht doch die Möglichkeit, sie durch entsprechende Maßnahmen zu reduzieren. Bereits beim Überlaufen des Beckenwassers in die Rinne entstehen Fließgeräusche, die sich jedoch durch die Ausbildung einer schiefen Ebene in der Rinne mindern lassen. Durch Schrägung in der Rinne wird ein freier Wasserfall vermindert, die Adhäsion zwischen Wasser und Rinnenwand bleibt weitgehend bestehen, so dass der Wasserfluss nicht abreißt. Gleichzeitig reduziert sich die Kohlensäureausgasung, eventuell hiermit verbundene Kalkausfällungen sowie eine Veränderung der pH-Werte im alkalischen Bereich. Geräusche innerhalb der Rinne lassen sich außerdem mit einer Verringerung, das heißt durch einen entsprechend großen Rinnenquerschnitt, positiv beeinflussen. Störende Gurgelgeräusche im Bereich der Rinnenabläufe entstehen, wenn vom abfließenden Wasser Luft mitgerissen wird, die nicht entweichen kann. Durch hydraulisch einwandfreie Konstruktionen an der Anschlussstelle ist daher möglichst eine Trennung von Wasser und Luft anzustreben. Nach den Erkenntnissen der Praxis sind

  • die Rinnenabläufe möglichst groß zu dimensionieren
  • desgleichen die Ablaufabdeckungen bei offenen Rinnen
  • die Ablaufabstände möglichst gleichmäßig anzuordnen
  • bei abgedeckten Rinnen keine ablaufbehindernden beziehungsweise störenden Fangvorrichtungen (Sieb- oder Lochbleche) zu verwenden.

Für Privatbäder wird eine intensive Wasserflächenströmung und –reinigung durch eine einfachere Lösung erreicht, und zwar den Einbau von Oberflächenabsaugern mit Schwimmklappen (Skimmer). Die Schwimmklappe stellt sich millimetergenau auf eine dünne Wasserschicht ein, dass heißt, die Filterleistung steht nur für die dünne Wasserschicht zur Verfügung und dadurch wird eine hohe Strömungsgeschwindigkeit derselben erreicht. Nimmt man die Klappe heraus, zeigt sich, dass nunmehr durch die dickere angesaugte Wasserschicht die Strömungsgeschwindigkeit eher müde ist und zum Beispiel Blätter sich nur noch äußerst langsam in Richtung Skimmer bewegen. Die einfachste Kontrolle für eine gleichmäßige Wasserdurchströmung des Beckens (bei öffentlichen Bädern werden Farbstoffe verwendet) ist nach Füllung und Aufheizung des Beckens eine vorsichtige Benutzung, am besten Begehung ohne Verwirbelung des Wassers. So werden Sie leicht kalte Zonen in der Anfangsphase feststellen, die später durch Verwirbelung von Bodensaugern und Benutzung nicht mehr so präzise wahrnehmbar sind. Auch bei einer möglichen Veralgung – wenn sie sich denn mal nicht hat vermeiden lassen – werden die schlechter durchströmten Zonen sich als erste zeigen. Dies sind beispielsweise immer die unteren vier Beckenecken bei dem typischen 4 mal 8 Meter Rechteckbecken. Andererseits ist bei einer preiswerteren Wasserführung auch nie eine ganz gleichmäßige Filtrierung aller Wasserteilchen möglich, weil sonst zum Beispiel bei dem obengenannten Becken 10 bis 20 Einläufe oder noch mehr sowie die doppelte bis dreifache Zahl an Skimmern und etliche Bodenabläufe notwendig wären. Dies steht dann in keinem Kosten-Nutzen-Verhältnis mehr bei der doch relativ geringen Frequentierung eines Privatbades. Genauso wenig wie man bei einer Ofenheizung mit Anordnung in der Mitte des Zimmers im Fensterbereich noch angenehme Temperaturen erwarten kann, reicht andererseits hierzu als Vergleich die Anordnung von Heizkörpern unter dem Fenster, obwohl damit auch noch nicht eine ganz gleichmäßige Raumtemperatur erreicht wird, die dann noch vorhandenen Differenzen sind aber hinnehmbar.

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