Ist ein Fernsehgerät in einer Schwimmhalle gefahrlos nutzbar?

Ein Fernsehgerät ist trotz allem technischen Fortschritt noch immer ein Röhrengerät. Konkret: Es hat eine Bildröhre. Damit diese ein helles und brillantes Bild erzeugt, ist eine Hochspannung von rund 20.000 Volt erforderlich, die im Gerät erzeugt wird. Zum Vergleich: Das ist doppelt soviel Spannung wie auf dem Fahrdraht der Eisenbahn. Ein Fernsehgerät ist Bestandteil einer AV-Anlage, bei denen zur Vermeidung von Brummschleifen die Erdung an einem zentralen Punkt erfolgt. Der Schutzleiter ist also nicht angeschlossen. Das Gehäuse des Fernsehers ist in der Regel aus Kunststoff, das Gerät ist schutzisoliert. Daher würden Kriechströme aus dem Hochspannungsteil innerhalb des Gerätes auch den empfindlichsten FI-Schalter nicht auslösen. Hier lauert Brandgefahr. Die Hochspannung reicht für Lichtbögen von 10 cm Länge. Erst wenn der Kriechstrom das Gerät verlässt, löst der FI-Schalter aus. Dann kann es aber schon zu spät sein.

 

Ein Fernsehgerät hat je nach Bauform eine Leistungsaufnahme von rund 100 bis 200 Watt. Diese Leistung muss als Verlustwärme abgeführt werden. Daher ist das Gerät zwar berührungsgeschützt, aber trotzdem sehr “luftig” gebaut. Damit sind für das Eindringen von Wasserdampf und Spritzwasser einer Schwimmhalle Tür und Tor weit offen. Die Luftkonvektion durch das Gerät führt im Laufe der Zeit zu Staubablagerungen im Gerät. In Verbindung mit Luftfeuchtigkeit entsteht daraus eine schmierige, leitfähige, elektrische, fast explosive Masse. Das erhöht die Gefahr. In der Bedienungsanleitung für Fernsehgeräte finden sich in der Regel Hinweise zur Aufstellung des Apparates. Auf gute Luftzirkulation ist zu achten. Manchmal sind auch Mindestabstände für den Einbau in Regale oder Schränke vorgeschrieben. Sicher würde ein geeigneter Schrankeinbau – vielleicht hinter Glas – den Spritzwasserschutz verbessern. Die feuchte Luft zirkuliert jedoch noch immer durch das Gerät, denn zur Kühlung ist ein Konvektionsstrom durch das Fernsehgerät erforderlich. Hier haben wir zu den Kriechströmen noch das nächste Problem: Brandgefahr durch Wärmestau. Ein Fernsehgerät ist ausdrücklich zum Betrieb in trockenen Räumen bestimmt, siehe Bedienungsanleitung und Aufdruck auf der Geräterückwand. Wer die Möglichkeit hat, das Gerät im (trockenen) Nebenraum hinter einer Glasscheibe aufzustellen, liegt im Wortsinn auf der sicheren Seite. Feuchtraumgeeignete Lautsprecher, beispielsweise für den Außenbereich, bringen den guten Ton dazu. Für den TV-Genuss, auch aus der hinteren Ecke des Bades, eignen sich gut Projektoren, die nicht so hohe Betriebsspannungen bergen. Durch Abstimmung der Brennweite kann man sie außerhalb des eigentlichen Pool-Bereichs anordnen und die Projektionsfläche je nach Ausführung sogar bespritzen. Leider sind Videoprojektoren besonders teuer, wenn das Bild auch bei Tageslicht noch erkennbar sein soll. Eine Alternative könnten Plasmadisplays sein. Plasmadisplays sind aber noch sehr teuer. Fazit: Es gibt also bislang keine völlig befriedigende Lösung für den gefahrlosen TV-Genuss im eigenen Schwimmbecken. Gleichwohl spricht sicher nichts gegen ein Fernsehgerät im Ruhe- oder Relaxbereich, aber abseits des Beckens, um Schwimmvergnügen und TV-Genuss gefahrlos zu verbinden.

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